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Die letzten 5 Tage habe ich mir frei genommen und bin mit Kilian in ein kleines Dorf namens la Brecha gereist, wo die Einheimischen die Sprache Guaraní sprechen. Dort haben wir einen Freund (Roberto) von unserem Chef besucht. Das war eine einzigartige Möglichkeit einem indigenen Dorf so nahe zu kommen. Das Abenteuer ging am Sonntag Mittag mit einer 12-stündigen Busfahrt los. Schon da hatten wir ein interessantes Erlebnis. Der Reifen ist geplatzt.... Ziemlich einfallsreich, wie sie dann versucht haben den Reifen zu wechseln. Da sie kein "Autoheber" hatten, haben sie so Steine und Bretter drunter gelegt, aber das hatte alles kein Wert. Irgendwann kam dann ein anderer Bus vorbei, der uns ein "Autoheber" geliehen hat. Wer weiß, wie lange wir da sonst noch gestanden wären. Dann sind wir nachts um 12 Uhr angekommen und haben uns erstmal von der Anreise erholt.
Am nächsten Morgen war dann duschen angesagt. Es gibt immer morgens fließendes Wasser aus dem Schlauch. Dann werden das Wasserfass gefüllt und ein paar Eimer. Ja, beim Duschen habe ich dann mit so einer Kanne immer bissl Wasser über mich geschüttet und mich versucht zu waschen. Da vermisst man dann schon irgendwie den Luxus einer Dusche :(.
Am Montag haben wir Freunde von Roberto besucht. Von deren Haus trennte uns ein 4 km langer Fußmarsch, dazu gehörte auch die Überquerung des Flusses. Da gerade aber Trockenzeit ist, gab es kein Wasser und so war der "Fluss" eine einzige Sandwüste. Diese Sandwüste zu überqueren war wirklich ziemlich hart. Die Sonne war sowas von heiß und der Wind war auch unglaublich stark. Das erste Mal, dass ich mich mit Kleidung bedeckt hab um nicht von der Sonne verbrennt zu werden. Ich war wirklich bis oben hin bedeckt. Nach dem langen Fußmarsch durch die Wüste und Wälder sind wir dann angekommen und haben dort gegessen. Wirklich unglaublich, wie die Menschen total isoliert von allem irgendwo im Wald leben können.
Am Dienstag sind wir wieder in den Wald und Roberto hat uns gezeigt, wo/wie er seine Masken schnitzt (siehe Bilder).
Außerdem war vom 1. bis 3. Oktober noch der Geburtstag dieses Dorfes und es waren viele Leute da, die getanzt und gefeiert haben. Zudem leider auch sehr sehr viele Betrunkene, die mich dann immer aufgefordert haben zum Tanzen. Es ist hier anscheinend sehr unhöflich wenn man das ablehnt oder nein sagt, deshalb habe ich viel getanzt und den ein oder anderen bolivianischen Tanz kennengelernt.Viele wollten auch meine Adresse, Telefonnummer und und und... Aber hab natürlich nichts hergegeben :).
Ein Event dieses Festes waren auch die Miss-Wahlen. Echt verrückt :D.. Irgendwo im Nirgendwo, gibt es dann plötzlich so total aufgetackelte Mädels mit langen,schönen Kleidern, hohen Schuhe... Das passt da halt irgendwie gar nicht so rein ins Bild. Aber war ganz interessant anzuschauen.
Unsere Rückreise war auch ziemlich abenteuerreich. Durch dieses Dorf fahren halt jeden Tag mal 2,3 Busse, die aber keine bestimmte Uhrzeit haben, man sollte also immer bereit sein. Donnerstags (unser Abreisetag) gab es irgendwie nur einen Bus, den wir verpasst haben. Also sind wir bei dem nächsten Geländewagen, der durchs Dorf fuhr auf der Ladefläche mitgefahren. Auf der Ladefläche waren noch 2 Frauen,2 Kinder, 1 Junge, Kilian und ich und noch ne Freundin von uns und noch ganz viel anderes Gepäck. Also viel Platz für meine Füße war da nimmer, aber war wirklich lustig, so auf den Schotterwegen durch die "Wildnis" zu brettern. Irgendwann hatte auch der Geländewagen sein Ziel erreicht und nun war es unsere Aufgabe zu schauen, wie wir weiterkommen. Zufällig sind wir dann bei einem Haus gelandet, bei dem auch eine Frau noch am selben Tag nach Santa Cruz wollte. Also haben wir uns ein Taxi gerufen und sind dann nach Charagua gefahren und von dort ist dann abends um 9 ein Bus nach Santa Cruz gefahren.. Nachts um 3 sind wir dann dort angekommen. Ganz schön anstrengend...
Es fällt schwer, das alles was man da so sieht und erlebt in Worte zu fassen, weil es einfach so eine total andere Welt ist. Ein Leben wie das, kannte ich bisher nur aus dem Fernseh und konnte mir das gar nie so richtig vorstellen. Deshalb hab ich auch wieder ein paar Bilder hochgeladen, da diese vllt auch wieder mehr als tausend Worte sprechen :).
Am Anfang denkt man vielleicht, dass diese Leute arm sind, aber ganz im Gegenteil: sie genießen und lieben ihr Leben. Die ganzen Dinge wie Strom, Handy, elektrische Geräte wollen und brauchen sie gar nicht. Für mich waren die paar Tage wirklich sehr sehr interessant und auch wichtig um dieses Land besser kennenzulernen und zu verstehen. Die Ruhe in diesem Dorf hat mir auch sehr gefallen, aber trotzdem könnte ich nie für mein ganzes Leben so leben.

2 Kommentare:
Hey Anna,
gibts was neues? Schon lange nichts mehr von dir gehört.
Hast noch ein paar neue Bilder? Wär sehr interessant.
Grüße
Dein Bruder Hans
Liebe Anna-Lena,
Leo und ich haben uns gerade die Fotos angeschaut und wir sind immer beglückt, wenn wir was von Dir lesen oder sehen können.
Wir warten auf die Fotos von Deinem neuen zuhause.
Schaffs wieder gut in Santa Cruz.
Alles Liebe von Leo und Ela
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