Mittwoch, 31. Oktober 2012

Aus Fehlern lernt man..


Gestern saß ich in der Micro (in dene Bussle) ganz hinten am geöffneten Fenster. Meine Hand hatte ich halt so an dem Fenster angelehnt. Da ziemlich viel Verkehr war, fuhren wir ziemlich langsam.  Plötzlich spür ich, dass mich draußen von hinten eine Hand anfasst. Im allerersten Moment dachte ich, dass mir jemand "Hallo" sagen will, der mich kennt. Doch dann im zweiten Moment hab ich gespürt, wie die Hand so richtig fest meine Uhr weggerissen hat. Dann war mir alles klar. Mir wurde also gerade eben meine Uhr geklaut. Als ich dann dem "Dieb" nachgeschaut hab, war er schon weg. Da hätte ich keine Chance mehr gehabt. Das war wirklich so ein Schockmoment und hat mich auch echt traurig gemacht, weil die Uhr hab ich einfach schon so ewig und ich hab sie halt immer Tag und Nacht an :( .
Solche Geschichten hört man zwar manchmal, aber ich dachte dann immer, mir passiert sowas eh nicht. Aber ja, dadurch habe ich jetzt gelernt, dass ich lieber das Fenster schließe oder einfach nicht mein Arm raushalte, obwohl ich jetzt sowieso nichts mehr am Arm trage, dass mir geklaut werden könnte.

Montag, 29. Oktober 2012

Ausschnitt vom Fußballspiel


Ein kleiner Ausschnitt vom Fußballspiel in La Paz :)!


Unser Haus

Hier mal noch ein paar Bilder von meinem neuen Zuhause. 


Kucarrachi, eine unserer Katzen

Unser Waschsalon, wo wir unsere Wäsche waschen





Das ist  der Innenhof  Richtung Küche, Bad, 2 Zimmer

Auf diesem Bild sieht man oben drei Zimmer

Linke Tür: Mein Zimmer; Mittlere Tür: Küche; Rechte Tür: Bad

Das ist der Innenhof Richtung Ausgang

Unser Esszimmer :)

Gollum, die andere Katze

Küche

Das Wichtigste: Unser "Swimmingpool"




Dienstag, 23. Oktober 2012

La Paz



(Wenn ihr auf das Bild klickt, kommt ihr zu mehreren Bildern ;))

Übers Wochenende war ich Tami (meine beste Freundin) in La Paz besuchen.
La Paz ist der Regierungssitz Boliviens und hat ca. 897 000 Einwohner.
Es ging am Donnerstagabend um 19 Uhr mit einer 18-stündigen Busfahrt in Santa Cruz los. Ich war wirklich angenehm überrascht von der langen Reise, denn der ganze Weg war befestigt und deshalb hats wirklich kaum gerüttelt. Im Gegensatz als ich nach Sucre oder nach La Brecha gereist bin, wo die Straßen nur so Schotterwege waren, war das ein echter Luxus. Die meiste Zeit konnte ich dann auch voll gut schlafen im Bus. Als ich dann ankam und Rico mich am Terminal abgeholt hat (weil Tami noch keine Zeit hatte), machte ich eine böse Entdeckung :(. Ich wollte gerade mein Geld rausholen, aber das Geld war weg? So, nun gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Entweder hab ich das Geld mal während einer Buspause irgendwo liegen lassen, oder 2. Jemand hats mir gestohlen. Zum Glück war es aber nur mein Geldbeutel mit Geld (ca. 90 Euro, ziemlich viel für bolivianische Verhältnisse) und nicht noch meine Kreditkarte und andere Dinge. Trotzdem war es wirklich ziemlich ziemlich ärgerlich :(.  Am Freitagmittag war in der WG von Tami bolivianisch kochen angesagt mit deren Koordinatorin. Dann haben wir leckere Empanadas (gefüllte,frittierte Teigtaschen) gemacht und zum Nachtisch noch sowas süßes frittiertes und Api (typisch bolivianisches Heißgetränk aus rotem Mais). War super lecker :). Am Abend waren wir bei einer Tanzveranstaltung von Tamis Projekt, wo alle Kinder getanzt haben und auch die Angestellten. So war Tami also auch als Cholita (traditionell gekleidete Bolivianerinnen) verkleidet und durfte tanzen. Sah wirklich ziemlich witzig aus. Am Abend haben wir dann noch Ricos Geburtstag gefeiert und sind danach noch bissl weg. Am nächsten Tag hat mir Tami die "wichtigsten" und "schönsten" Plätze von La Paz gezeigt und am Abend waren wir dann im Stadion : The strongest vs. Bolivar. Das sind so DIE zwei Mannschaften von Bolivien. Dann war des so ein richtiges Derby. War mega interessant. Die Kontrollen beim Einlass sind natürlich nicht so streng wie in Deutschland und somit gab es ziemlich viele Feuerwerkskörper und Pyrotechnik während des Spiels. War  ne geile Stimmung im Stadion. Dann am Sonntag haben wir noch schön zusammen gefrühstückt und dann hieß es um 14 Uhr leider schon wieder Abreise für mich, da ich ja am Montag wieder pünktlich zum Arbeiten in Santa Cruz sein musste :(. Der Abschied von meiner lieben Tami fiel mir echt richtig schwer. Es war einfach so schön, seine beste Freundin mal wieder zu sehen. Bei der Rückreise ist dann mal wieder ein Reifen geplatzt (passiert hier glaub öfter). Leider hat die Reperatur dann auch wieder ziemlich lange gedauert, da irgendwie immer die nötigen Werkzeuge fehlen.
Ich war wirklich froh, dass ich über das Wochenende keine Probleme mit der Höhe hatte. La Paz liegt nämlich auf 3600 m im Gegensatz zu Santa Cruz (440m).

Montag, 15. Oktober 2012

Der Umzug


Meine ersten 2 Monate habe ich jetzt in meinem Projekt gelebt mit Juan Pablo,Fernando (Chefs), Lorena (Freundin von Juan Pablo) und Kilian. Schon bald wurde mir klar, dass es mir eigentlich besser gefallen würde, wenn ich die Freizeit und die Arbeit trennen könnte. Weil so lebte ich halt 24h mit meinen Chefs zusammen und war dann sozusagen auch immer bei der Arbeit. Eigentlich wollt ich dann zuerst in eine Familie, weil in meinen ersten Tagen hier, hat mir meine Familie schon sehr gefehlt und ich habe mir irgendwie sowas wie eine bolivianische Ersatzfamilie gewünscht. Aber das Leben in einer WG hat auch so seine Vorteile. Man ist einfach frei, hat keine Pflichten, hat immer jemand um sich rum und und und :). Dann haben Johanna und Janna ein Haus gesucht und eine wunderschönes, bezahlbares Haus gefunden. Dann haben wir die alle zusammen besichtigt, mit der Vermieterin geredet und tada, schon gehört sie uns. Dieses Wochenende sind wir umgezogen. Ich bin wirklich so unglaublich glücklich. Ich wohn da dann jetzt mit Janna,Johanna,Clara und ab Dezember noch mit Janina. Alle sind Freundinnen, die auch mit der gleichen Organisation wie ich hier in Bolivien sind.
Sobald das Haus ein bisschen wohnlicher aussieht (zur Zeit siehts noch bisschen kahl aus), werde ich ein paar Fotos machen und dann hochladen.
Ich hoffe ihr hattet alle ein schönes Wochenende :)!

Donnerstag, 11. Oktober 2012

La Brecha


Kilian (mein deutscher "Arbeitskollege") war ja auch bei dem einheimischen Dorf (La Brecha) dabei und hat ein schönes Video zusammengeschnitten :):
DANKE!

(einfach auf den Link klicken)


http://www.youtube.com/watch?v=vO6hb_KJPGA&feature=player_embedded

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Englischkurs


Kilian und ich arbeiten ja in einem kulturellen Zentrum im eher ärmeren Viertel von Santa Cruz.
Bisher bestand unsere Arbeit hauptsächlich darin, bei den schon vorhandenen Aktivitäten, Veranstaltungen mitzuhelfen.
Nun haben wir Eigeninitiative ergriffen und starten einen Englischkurs.
Dieser Englischkurs ist für Kinder hier im Viertel von 8-15 Jahre montags und mittwochs. Am Montag hatten wir schon unsere erste Stunde. Hat eigentlich ganz gut geklappt und hat auch viel Spaß gemacht. Es ist wichtig, dass man ihnen das Englisch spielerisch beibringt und nicht so trockener "Theorieunterricht", denn die Kinder sind sehr lebendig und daher versuchen wir ihnen das Englisch mit Spielen, Malen... beizubringen.

(Jetzt mach ich mich mal auf den Weg zur zweiten Englischstunde.)

Samstag, 6. Oktober 2012

Kein Strom, kein Licht, kein Empfang...

Klickt auf das Bild, dann werdet ihr zum Album weitergeleitet :)!


Die letzten 5 Tage habe ich mir frei genommen und bin mit Kilian in ein kleines Dorf namens la Brecha gereist, wo die Einheimischen die Sprache Guaraní sprechen. Dort haben wir einen Freund (Roberto) von unserem Chef besucht. Das war eine einzigartige Möglichkeit einem indigenen Dorf so nahe zu kommen. Das Abenteuer ging am Sonntag Mittag mit einer 12-stündigen Busfahrt los. Schon da hatten wir ein interessantes Erlebnis. Der Reifen ist geplatzt.... Ziemlich einfallsreich, wie sie dann versucht haben den Reifen zu wechseln. Da sie kein "Autoheber" hatten, haben sie so Steine und Bretter drunter gelegt, aber das hatte alles kein Wert. Irgendwann kam dann ein anderer Bus vorbei, der uns ein "Autoheber" geliehen hat. Wer weiß, wie lange wir da sonst noch gestanden wären. Dann sind wir nachts um 12 Uhr angekommen und haben uns erstmal von der Anreise erholt.
Am nächsten Morgen war dann duschen angesagt. Es gibt immer morgens fließendes Wasser aus dem Schlauch. Dann werden das Wasserfass gefüllt und ein paar Eimer. Ja, beim Duschen habe ich dann mit so einer Kanne immer bissl Wasser über mich geschüttet und mich versucht zu waschen. Da vermisst man dann schon irgendwie den Luxus einer Dusche :(.
Am Montag haben wir Freunde von Roberto besucht. Von deren Haus trennte uns ein 4 km langer Fußmarsch, dazu gehörte auch die Überquerung des Flusses. Da gerade aber Trockenzeit ist, gab es kein Wasser und so war der "Fluss" eine einzige Sandwüste. Diese Sandwüste zu überqueren war wirklich ziemlich hart. Die Sonne war sowas von heiß und der Wind war auch unglaublich stark. Das erste Mal, dass ich mich mit Kleidung bedeckt hab um nicht von der Sonne verbrennt zu werden. Ich war wirklich bis oben hin bedeckt. Nach dem langen Fußmarsch durch die Wüste und Wälder sind wir dann angekommen und haben dort gegessen. Wirklich unglaublich, wie die Menschen total isoliert von allem irgendwo im Wald leben können.
Am Dienstag sind wir wieder in den Wald und Roberto hat uns gezeigt, wo/wie er seine Masken schnitzt (siehe Bilder).
Außerdem war vom 1. bis 3. Oktober noch der Geburtstag dieses Dorfes und es waren viele Leute da, die getanzt und gefeiert haben. Zudem leider auch sehr sehr viele Betrunkene, die  mich dann immer aufgefordert haben zum Tanzen. Es ist hier anscheinend sehr unhöflich wenn man das ablehnt oder nein sagt, deshalb habe ich viel getanzt und den ein oder anderen bolivianischen Tanz kennengelernt.Viele wollten auch meine Adresse, Telefonnummer und und und... Aber hab natürlich nichts hergegeben :).
Ein Event dieses Festes waren auch die Miss-Wahlen. Echt verrückt :D.. Irgendwo im Nirgendwo, gibt es dann plötzlich so total aufgetackelte Mädels mit langen,schönen Kleidern, hohen Schuhe... Das passt da halt irgendwie gar nicht so rein ins Bild. Aber war ganz interessant anzuschauen.
Unsere Rückreise war auch ziemlich abenteuerreich. Durch dieses Dorf fahren halt jeden Tag mal 2,3 Busse, die aber keine bestimmte Uhrzeit haben, man sollte also immer bereit sein. Donnerstags (unser Abreisetag) gab es irgendwie nur einen Bus, den wir verpasst haben.  Also sind wir bei dem nächsten Geländewagen, der durchs Dorf fuhr auf der Ladefläche mitgefahren. Auf der Ladefläche waren noch 2 Frauen,2 Kinder, 1 Junge, Kilian und ich und noch ne Freundin von uns und noch ganz viel anderes Gepäck. Also viel Platz für meine Füße war da nimmer, aber war wirklich lustig, so auf den Schotterwegen durch die "Wildnis" zu brettern. Irgendwann hatte auch der Geländewagen sein Ziel erreicht und nun war es unsere Aufgabe zu schauen, wie wir weiterkommen. Zufällig sind wir dann bei einem Haus gelandet, bei dem auch eine Frau noch am selben Tag nach Santa Cruz wollte. Also haben wir uns ein Taxi gerufen und sind dann nach Charagua gefahren und von dort ist dann abends um 9 ein Bus nach Santa Cruz gefahren.. Nachts um 3 sind wir dann dort angekommen. Ganz schön anstrengend...

Es fällt schwer, das alles was man da so sieht und erlebt in Worte zu fassen, weil es einfach so eine total andere Welt ist. Ein Leben wie das, kannte ich bisher nur aus dem Fernseh und konnte mir das gar nie so richtig vorstellen. Deshalb hab ich auch wieder ein paar Bilder hochgeladen, da diese vllt auch wieder mehr als tausend Worte sprechen :).
Am Anfang denkt man vielleicht, dass diese Leute arm sind, aber ganz im Gegenteil: sie genießen und lieben ihr Leben. Die ganzen Dinge wie Strom, Handy, elektrische Geräte wollen und brauchen sie gar nicht. Für mich waren die paar Tage wirklich sehr sehr interessant und auch wichtig um dieses Land besser kennenzulernen und zu verstehen. Die Ruhe in diesem Dorf hat mir auch sehr gefallen, aber trotzdem könnte ich nie für mein ganzes Leben so leben.