Übers Wochenende war ich in Sucre. Sucre ist die Hauptstadt von Bolivien und liegt auf einer Höhe von ca. 2800m. Im Gegensatz zu Santa Cruz ist die "Hauptstadt" mit ihren ca. 310 000 Einwohnern ziemlich klein (Santa Cruz hat ca. 1.700 000 Einwohner).
Am Freitag um 17 Uhr fuhr unser Bus ("Cama" = Bett) in Santa Cruz los. Bei den Bussen gibt es verschiedene Klassen, die Klasse "Cama" ist die beste sozuagen und man hat mehr Platz und kann seinen Sitz weiter zurück stellen (fast wie ein Bett). Zusammen mit Kristina und Clara wollten wir die anderen Freiwilligen besuchen, die wir noch von unserem Vorbereitungsseminar kannten. Von dem Bolivianischen Kinderhilfswerk sind ca. 20 Freiwillige in Sucre. Nach einer 15-stündigen Hinfahrt, sind wir dann morgens in der schönen Stadt Sucre angekommen.
In Sucre war dann am Samstag "La Entrada de la Virgen de Guadalupe", das Fest der Jungfrau von Guadalupe, der Schutzpatronin der Stadt. Dieses Fest erinnert ein wenig an Fasnet. Es tanzen verschiedene Gruppen durch die Stadt mit traditionellen Tänzen und Kostümen. Die ganze Stadt war gefüllt mit feierlustigen Leuten, die getanzt, gefeiert, getrunken und gelacht haben. Manche tanzen wirklich für die Jungfrau von Guadalupe und manche tanzen auch nur, weil es ihnen Spaß macht. Es war echt schön, die Tänze anzuschauen. Zum Teil haben die Tänzer und Tänzerinnen mir aber echt leid getan, weil es war schon ziemlich warm und zum Teil hatten die wirklich sehr schwere Kostüme an. Dieser Umzug ging bis in die Nacht, als wir um halb 3 nach Hause sind, war das Fest immer noch in vollem Gange.
Ich glaub ich konnte schon lange nicht mehr so gut schlafen wie in Sucre, weil das Klima einfach ganz anders ist. Nachts ist es kühl und perfekte Temperatur zum Schlafen, im Gegensatz zu Santa Cruz, wo ich nachts kaum schlafen kann vor Hitze :(.
Am Sonntag ging dann unser Bus um 15 Uhr leider schon wieder zurück. Diesmal hatten wir leider nur "Semi-Cama" (halbes Bett). Das war dann wirklich ziemlich unbequem, aber die 13,5-stündige Busfahrt nahm trotzdem dann irgendwann sein Ende (ca. 550 km). Insgesamt haben wir für beide Busfahrten zusammen ca. 22 Euro gezahlt.
Alles in allem hat mir dieses Wochenende wirklich super gut gefallen. Bisher kannte ich nur Santa Cruz und es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie vielfältig Bolivien ist. Auf der Busfahrt gab es zum Teil wirklich so eine unglaublich schöne Natur zu sehen mit freien Eseln, Ziegen oder Kühen. Jede 50km kam dann mal wieder ein verlassenes Dorf am Wegesrand. Sucre ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Sie liegt mitten zwischen den Bergen und ist irgendwie so verzaubert. Die Ruhe in Sucre habe ich sehr genoßen, weil bei uns in Santa Cruz ist einfach immer, zu jeder Uhrzeit, irgendwelcher Lärm und in Sucre hingegen war es einfach so still. Die Straßen, auf denen der Bus fuhr, waren natürlich nicht immer befestigt. Die meiste Zeit war es so eine Schotterpiste, bei der man dann auch richtig gut durchgerüttelt wurde.